Die Fotos zu diesem Tagebuch können bei folgendem Link eingesehen werden:
https://www.flickr.com/photos/hh77com/sets/72157625318243338
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25.8.2010 - Venezia - Madrid - Granada, Flughafen Federico Garcia Lorca - Fuente Vaqueros – 17 km
Schon um 5 Uhr morgens muss ich das Boot zum Flughafen nehmen, um die Iberia-Maschine nach Madrid zu erreichen. Die lieben Kollegen von der Iberia checken mich g
leich durch bis Granada und auch meinen Stock/Bordón, mit dem man sonst bei den Sicherheitskontrollen immer Schwierigkeiten hat. Nach einem schönen Flug komme ich pünktlich in Granada an und da habe ich schon meine erste Überraschung. Auf meiner ‚Google map’ sah alles so einfach aus, gleich vom Flughafen nach Chauchina zu kommen, das nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt gelegen ist. Das stimmt eigentlich schon, aber es ist nicht vor dem Flughafen, sondern dahinter. Mit anderen Worten, muss ich also erst mehrere Kilometer um den Flughafen laufen und es wäre viel einfacher und auch kürzer gewesen, mit dem Bus nach Granada zu fahren und von dort,
genau wie im letzten Jahr, aus dem Stadtzentrum zu starten. Auch hat man mich schon am Flughafen informiert, dass in den letzten Tagen eine außergewöhnliche Hitzewelle aus Afrika das Klima bestimmt und schon bald muss ich auch damit klar kommen. Jetzt ist es aber schon passiert und schließlich komme ich auch in Chauchina an, aber dieser Ort, der an der Fernstrasse gelegen ist, gefällt mir gar nicht und so entscheide ich mich schnell, gleich bis Fuente Vaqueros weiter zu gehen. Schließlich komme ich auch dort an und ich finde eine nette kleine Stadt vor, in welcher seinerzeit auch der berühmte Dichter Federico Garcia Lorca wohnte, nach dem der Flughafen von Granada benannt ist. Ich finde gleich eine günstige Unterkunft und so geht dieser erste Tag meiner Reise gut zu Ende.
leich durch bis Granada und auch meinen Stock/Bordón, mit dem man sonst bei den Sicherheitskontrollen immer Schwierigkeiten hat. Nach einem schönen Flug komme ich pünktlich in Granada an und da habe ich schon meine erste Überraschung. Auf meiner ‚Google map’ sah alles so einfach aus, gleich vom Flughafen nach Chauchina zu kommen, das nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt gelegen ist. Das stimmt eigentlich schon, aber es ist nicht vor dem Flughafen, sondern dahinter. Mit anderen Worten, muss ich also erst mehrere Kilometer um den Flughafen laufen und es wäre viel einfacher und auch kürzer gewesen, mit dem Bus nach Granada zu fahren und von dort,
genau wie im letzten Jahr, aus dem Stadtzentrum zu starten. Auch hat man mich schon am Flughafen informiert, dass in den letzten Tagen eine außergewöhnliche Hitzewelle aus Afrika das Klima bestimmt und schon bald muss ich auch damit klar kommen. Jetzt ist es aber schon passiert und schließlich komme ich auch in Chauchina an, aber dieser Ort, der an der Fernstrasse gelegen ist, gefällt mir gar nicht und so entscheide ich mich schnell, gleich bis Fuente Vaqueros weiter zu gehen. Schließlich komme ich auch dort an und ich finde eine nette kleine Stadt vor, in welcher seinerzeit auch der berühmte Dichter Federico Garcia Lorca wohnte, nach dem der Flughafen von Granada benannt ist. Ich finde gleich eine günstige Unterkunft und so geht dieser erste Tag meiner Reise gut zu Ende.
26.8.2010 - Fuente Vaqueros - Moclín - 22 km
Auch heute lief es nicht so, wie ich es mir zuhause mit der ‚Google map’ ausgedacht hatte. Endlich komme ich dann in Los Olivares an und von dort sind es nur noch zwei Kilometer bis zu meinem heutigen Tagesziel Moclín. Es ist schon entsetzlich heiß, d.h. 40° und mehr ‚im Schatten’, soweit verfügbar. Die einzige Bar in diesem Ort schließt wegen der großen Hitze ebenfalls und die Besitzer ziehen sich zum verdienten Mittagessen mit anschließender siesta zurück. Es wäre wohl besser gewesen, wenn ich in Los Olivares geblieben wäre, aber ich dachte mir, heiß oder nicht, die letzten zwei Kilometer werde ich auch noch schaffen, auch wenn es sich hier um einen sehr steilen, zum Teil gebirgigen Anstieg handelt, mit einem Höhen-Unterschied von ca. 400m. Ich habe einen guten Liter Wasser bei mir und der sollte auch genügen. Denkste! Unterwegs halte ich noch mal bei einem Haus an und lasse mir den Wasservorrat noch mal auffüllen, da ich schon erheblich viel verbraucht habe. Es ist unglaublich, wieviel Flüssigkeit man bei diesen Temperaturen verbraucht. Aus allen Poren schwitzend, steige ich weiter meinen Weg hinauf, aber ca. 800m vor dem Ziel wird mir langsam übel und ich muss fürchten hier ohnmächtig zu werden. Zum Glück erfasst mich keine Panik, aber ich muss überlegen, dass ich es mir absolut nicht leisten kann hier liegen zu bleiben, weil mit Sicherheit auf dieser Strecke niemand nachfolgen wird, da die normalen Menschen die bequeme aber viel längere Landstrasse nach Moclín benützen. Zu allem Überfluss funktioniert auch mein Handy nicht, da der noch vom letzten Jahr verfügbare Vertrag abgelaufen war und ich noch keine Möglichkeit hatte einen neuen Chip zu erhalten. Da es auf dieser Strecke kaum Schatten spendende Bäume gibt, versuche ich, unter einem Strauch etwas Schatten zu finden und ein bisschen auszuruhen. Bald ist der wenige Schatten dann dort auch weg und ich muss weiterziehen. Nachdem es mir klar geworden war, dass ich unter diesen Umständen mit meinem schweren Rucksack die restliche Strecke nicht schaffen werde, lasse ich denselben einfach zurück und schleppe mich langsam weiter aufwärts. Trotz eines sehr vorsichtigem Verbrauchs geht auch langsam meine Trinkwasser-Reserve zu Ende, was eine zusätzliche psychologische Belastung ist. Schließlich und endlich schaffe ich es dann doch noch bis zur Ortschaft Moclín zu kommen und do
rt finde ich die gute Frau Amparo, die mich ins Haus bittet und mir nun frisches Wasser auf den Tisch stellt, welches ich gerne und nachhaltig genieße, nicht nur wegen des Durstes, sondern auch um den ganzen Körper etwas abzukühlen. Ich erzähle dieser Frau, dass ich meinen Rucksack am Weg zurückgelassen habe und ich jemanden suchen werde, der mir gegen entsprechende Bezahlung nun den Rucksack hochbringen würde, da ich im Moment noch immer nicht dazu in der Lage war. Daraufhin ruft die Frau Amparo ihren Mann Xavier-Antonio, auch Paco genannt, der sich gleich auf den Weg macht und nach kurzer Zeit fröhlich mit meinem Rucksack wieder zurückkommt. Sie lehnen allerdings entschlossen jedwede Bezahlung ab und ich bin um eine positive Erfahrung reicher. Nachdem ich mich dann wieder besser fühle, finde ich auch noch meinen Freund Antonio, der neben seiner Tätigkeit als Friedensrichter bei der Gemeinde, zusammen mit seinem Bruder auch einen kleinen Supermarkt im Ort betreibt. So geht auch dieser schwierige Tag wieder gut zu Ende.
rt finde ich die gute Frau Amparo, die mich ins Haus bittet und mir nun frisches Wasser auf den Tisch stellt, welches ich gerne und nachhaltig genieße, nicht nur wegen des Durstes, sondern auch um den ganzen Körper etwas abzukühlen. Ich erzähle dieser Frau, dass ich meinen Rucksack am Weg zurückgelassen habe und ich jemanden suchen werde, der mir gegen entsprechende Bezahlung nun den Rucksack hochbringen würde, da ich im Moment noch immer nicht dazu in der Lage war. Daraufhin ruft die Frau Amparo ihren Mann Xavier-Antonio, auch Paco genannt, der sich gleich auf den Weg macht und nach kurzer Zeit fröhlich mit meinem Rucksack wieder zurückkommt. Sie lehnen allerdings entschlossen jedwede Bezahlung ab und ich bin um eine positive Erfahrung reicher. Nachdem ich mich dann wieder besser fühle, finde ich auch noch meinen Freund Antonio, der neben seiner Tätigkeit als Friedensrichter bei der Gemeinde, zusammen mit seinem Bruder auch einen kleinen Supermarkt im Ort betreibt. So geht auch dieser schwierige Tag wieder gut zu Ende.
27.8.2010 - Moclín - Cruce Limones/Tósar - 12 km (incl. Umweg)
Noch ein schwieriger Tag! Guten Mutes mache ich mich auf den Weg und bald befinde ich mich in einem riesigen Oliven-Hain. Im letzten Jahr vermied ich denselben und blieb ganz einfach auf der Landstraße. Dieses Mal habe ich gar nicht lange nachgedacht und gehe gleich weiter auf dem 'camino', der mich in ein enorm großes Olivenfeld führt. Erst finde ich noch die üblichen gelben Pfeile und ich folge denselben. Aber plötzlich ist Schluss mit diesen Hinweisen und ich folge der Richtung der letzten Pfeile und komme hier an einen unüberwindbaren Fluss, mit einem dichten und undurchdringlichen
Gestrüpp. Also bleibt mir nur noch der Weg über den Berg. Die Hitze wird auch heute wieder ziemlich unerträglich und plötzlich stellt sich für mich wieder eine ähnliche Situation wie gestern dar und ich muss mit meinen Kräften haushalten, um nicht dann irgendwo in der ‚Wüste’ liegen zu bleiben. Nach einer kurzen Überlegung bleibt mir nichts anderes mehr übrig, als die gesamte Strecke wieder zurück zu laufen und dann, unter Umständen auch erst am Folgetag, den Weg über die 'Carretera' einzuschlagen. Schließlich und endlich komme ich wieder auf die Landstrasse zurück und die Hitze ist mittlerweile nicht mehr erträglich und ich bin total fertig. Ich setze mich also an der Strasse auf meinen Rucksack und ruhe mich etwas aus und da hält auch schon ein Wagen, der mich bis Alcalá la Real mitnimmt. Morgen muss ich also möglichst mit einem Bus wieder an diesen Punkt auf der Landstrasse zurück fahren, um dann regulär meinen Weg zu Fuß zu gehen. Ist zwar ein Tag verloren, aber ich bereue meine Entscheidung nicht, da man bei diesen Verhältnissen kein großes Risiko eingehen kann.
Gestrüpp. Also bleibt mir nur noch der Weg über den Berg. Die Hitze wird auch heute wieder ziemlich unerträglich und plötzlich stellt sich für mich wieder eine ähnliche Situation wie gestern dar und ich muss mit meinen Kräften haushalten, um nicht dann irgendwo in der ‚Wüste’ liegen zu bleiben. Nach einer kurzen Überlegung bleibt mir nichts anderes mehr übrig, als die gesamte Strecke wieder zurück zu laufen und dann, unter Umständen auch erst am Folgetag, den Weg über die 'Carretera' einzuschlagen. Schließlich und endlich komme ich wieder auf die Landstrasse zurück und die Hitze ist mittlerweile nicht mehr erträglich und ich bin total fertig. Ich setze mich also an der Strasse auf meinen Rucksack und ruhe mich etwas aus und da hält auch schon ein Wagen, der mich bis Alcalá la Real mitnimmt. Morgen muss ich also möglichst mit einem Bus wieder an diesen Punkt auf der Landstrasse zurück fahren, um dann regulär meinen Weg zu Fuß zu gehen. Ist zwar ein Tag verloren, aber ich bereue meine Entscheidung nicht, da man bei diesen Verhältnissen kein großes Risiko eingehen kann.
28.8.2010 - Puerto Lope - Cruce Limones/Tósar - Alcalá la Real - 24 km
Um 0800h finde ich einen Bus, der mich nach Puerto Lope bringt, ungefähr fünf km hinter dem Punkt, von dem ich wieder anfangen wollte. Diese Kilometer müssen jetzt noch zusätzlich absolviert werden, um auf den Punkt zu kommen, wo ich gestern meinen Marsch unterbrochen habe. Zumindest habe ich heute keinen Rucksack zu tragen, da ich denselben im Hotel in Alcalá la Real zurücklassen konnte. Schließlich bringe ich auch diese Strecke noch zu Ende und komme wieder zum Ausgangspunkt von heute morgen zurück. Morgen will ich bis Alcaudete gehen und hoffe, dass ich dann ohne größere Schwierigkeiten zum Ziel kommen werde.
29.8.2010 - Alcalá la Real - Alcaudete - 24 km
Erster Tag ohne besondere Zwischenfälle. Trotzdem komme ich erst um 15.00 h ans Ziel, obwohl man alles versuchen sollte nach 14.00 h nicht mehr unterwegs zu sein, da die Hitze dann immer noch unerträglich ist.
30.8.2010 - Alcaudete - Baena - 30 km (mit Umweg)
Früh morgens besuche ich meinen Freund in der 'Churreria', dessen 'Churros' mir im letzten Jahr so viele Schwierigkeiten bereiteten. Der Besitzer erkennt mich wieder und bietet mir einen guten Kaffee an, wie auch das letzte Mal: gratis. Auf die Churros habe ich diesmal aber verzichtet. Auch heute wird es wieder sehr heiß und die Temperatur steigt wieder auf über 40°. Zu allem Überfluss verpasse ich auf der Landstrasse, kurz vor meinem Ziel, den richtigen Abzweig nach Baena und muss nun einige Kilometer weiter gehen, was mir bei dieser Hitze immer schwerer fällt. Nachdem ich nun die halbe Stadt umgangen hatte, findet sich endlich ein Weg in die Stadt. Die größeren Straßen in Spanien sind immer total eingezäunt, sodass man sich nicht so einfach von der Straße entfernen kann. Nachdem ich nun endlich in Baena angekommen war, finde ich endlich eine Bar, wo ich mich ein bisschen erholen kann, denn diese zusätzlichen Kilometer haben mich ziemlich fertig gemacht. Doch langsam komme ich dann auch in das Zentrum dieser Stadt und finde schnell eine geeignete Unterkunft und bald sind auch die heutigen Strapazen wieder vergessen.
31.8.2010 - Baena - Castro del Río - 22 km
Heute bleibe ich über die ganze Strecke immer auf der Landstrasse. Nachdem auf dem verlassenen 'camino' bei dieser Hitze keine weiteren Pilger zu finden sind, ist die normale Landstrasse dann doch etwas sicherer.
1.9.2010 - Castro del Rio - Santa Cruz - 18 km
Die vorgesehene Strecke zwischen Castro del Rio und Córdoba beträgt gute 39 km, die für mich bei den gegebenen Wetterverhältnissen nicht zu schaffen sind. Aus diesem Grunde muss ich nach Santa Cruz ausweichen, um dann von dort nach 27 km die Stadt Córdoba zu erreichen.
2.9.2010 - Santa Cruz - Córdoba - 27 km
Endlich komme ich in die schöne und interessante Stadt Córdoba. Die Besichtigung der Mezquita erspare ich mir diesmal, da ich für den Eintritt schon € 8.- zu zahlen hätte und ich diese außerordentliche Moschee/Kathedrale schon von früheren Besuchen her kenne. Am Abend treffe ich mich mit den Vertretern der ‚Amigos del Camino Mozarabe’ und erhalte nützliche Hinweise für den weiteren Weg. Córdoba ist für mich ein wichtiger Meilenstein und ich freue mich, dass bis hierher letzten Endes dann doch alles gut gelaufen ist. Gott sei Dank!
3.9.2010 - Córdoba - Cerro Muriano - 18 km
Diese verhältnismäßig kurze Strecke wird im allgemeinen als einfach angesehen. Obwohl ich hier schon im vergangenen Jahr gegangen war, war sie mir nicht als so
schwierig in Erinnerung. Wahrscheinlich hatte ich damals normale Temperaturen, während heute das Thermometer wieder über 40°C steigt. Schon beim verlassen der Stadt verliere ich einige Zeit, da ich wegen fehlender Wege-Hinweise wieder Umwege gegangen bin. So komme ich dann während der größten Hitze nach 1300h an eine große Steigung von ca. 400m Höhenunterschied, die mir dann wieder schwer zusetzte. Schließlich und endlich komme ich dann, ziemlich erschöpft in Cerro Muriano an und finde in der Casa Bruno eine herzliche Aufnahme. Der Besitzer dieser Einrichtung setzt sich zu mir an den Tisch und gibt mir wertvolle Ratschläge für die weiteren Etappen. Außerdem gibt er mir seine Handy-Nummer mit dem Hinweis, dass ich ihn bei Schwierigkeiten jederzeit anrufen könne und er mir dann (ohne Kosten!) gerne zu Hilfe kommen würde. Zum Glück musste ich von diesem Angebot keinen Gebrauch machen, aber trotzdem freue ich mich daüber.
schwierig in Erinnerung. Wahrscheinlich hatte ich damals normale Temperaturen, während heute das Thermometer wieder über 40°C steigt. Schon beim verlassen der Stadt verliere ich einige Zeit, da ich wegen fehlender Wege-Hinweise wieder Umwege gegangen bin. So komme ich dann während der größten Hitze nach 1300h an eine große Steigung von ca. 400m Höhenunterschied, die mir dann wieder schwer zusetzte. Schließlich und endlich komme ich dann, ziemlich erschöpft in Cerro Muriano an und finde in der Casa Bruno eine herzliche Aufnahme. Der Besitzer dieser Einrichtung setzt sich zu mir an den Tisch und gibt mir wertvolle Ratschläge für die weiteren Etappen. Außerdem gibt er mir seine Handy-Nummer mit dem Hinweis, dass ich ihn bei Schwierigkeiten jederzeit anrufen könne und er mir dann (ohne Kosten!) gerne zu Hilfe kommen würde. Zum Glück musste ich von diesem Angebot keinen Gebrauch machen, aber trotzdem freue ich mich daüber.
4.9.2010 - Cerro Muriano - Villaharta - 22 km
Auf halber Strecke gibt es ein Dorf namens El Vacar, wo man auch übernachten könnte, besonders im Hinblick auf die große Anstrengung des gestrigen Tages. aber als ich dort ankomme, fühlte ich mich doch noch recht wohl um bis Villaharta weiterzugehen. Dort finde ich auch gleich eine günstige Unterkunft im Hotel El Cruce. Um die Möglichkeit zu haben im Internet zu arbeiten, muss ich allerdings in das zwei Kilometer entfernte Ortszentrum gehen und endlich finde ich eine Möglichkeit im Gemeinde-Amt. Alle Computer sind jedoch von jungen Leuten besetzt, aber der Leiter des Büros stellt mir seinen eigenen persönlichen Laptop zur Verfügung. Alles gratis! Auf dieser Reise erlebe ich immer wieder die Hilfsbereitschaft von so vielen Menschen und ich freue mich darüber. Schließlich kann ich dann wieder zwei Kilometer zu meinem Hotel zurück gehen, diesmal geht es jedoch immer abwärts, während die Sonne in dieser schönen Landschaft langsam untergeht. So kommt auch dieser Tag wieder zu einem guten Ende.
5.9.2010 - Villaharta - Espiel - 18 km
Da di Strecke von Villaharta bis Alcarecejos über 39km beträgt, bin ich gezwungen nach Espiél auszuweichen, um am Folgetag ‘nur’ 28 km bis Alcarecejos zu laufen.
6.9.2010 - Espiel - Alcaracejos - 28 km
Ich versuche so früh wie möglich loszuziehen, aber vor 0730h ist es noch stockdunkel und ich muss also bis dahin abwarten. Es ist nach wie vor sehr heiß und ich sollte eigentlich vor 1400h ankommen, aber heute wird es wieder 1600h bis ich endlich in Alcarecejos ankomme. Ich bin zwar etwas müde, aber doch recht glücklich, diese lange Strecke wieder einmal hinter mich gebracht zu haben.
7.9.2010 - Alcaracejos - Hinojosa del Duque - 22 km
Heute ist der erste Tag mit etwas moderaten Temperaturen, aber im Fernsehen ist schon wieder von einer erneuten Hitzewelle die Rede. Hoffentlich wird es nicht gar so extrem wie bislang! Meine Schuhe gehen langsam kaputt und die Sohle ist dabei sich abzulösen. Erst habe ich versucht die Angelegenheit mit einem ‚Alleskleber’ zu erledigen, aber das gelang mir nur bei einem Schuh, während der zweite Schuh weiterhin ‚lacht’. Endlich finde ich den Schuster Serafin, der sich große Mühe gibt und es gelingt ihm, nachdem er alles sorgfältig gereinigt hat, die Sohle wieder am Schuh anzukleben und es hat den Anschein, dass es auch einige Zeit anhalten wird. Auf die Frage, was ich schuldig bin – nichts! Ich möchte mich aber an ihn erinnern, wenn ich am Grab des Apostels ankomme. Das will ich auch gerne tun und wieder habe ich eine gute Erfahrung mehr, über die Freundlichkeit dieser Leute. In Hinojosa gibt es auch noch eine sehr schöne Kirche, genannt die ‚Kathedrale der Sierra’.
8.9.2010 - Hinojosa del Duque - Monterrubio de la Serena - 33 km
Nach ungefähr 10 km komme ich an einer ‘hacienda’ mit weit geöffneten Toren vorbei und plötzlich kommen zwei Wachhunde heraus und greifen mich sofort an. Nachdem ein erster Steinwurf nichts bewirkt hat, muss ich mich mit meinem Stock verteidigen. Das ist nicht so einfach, weil diese Bestien getrennt angreifen, sodass ich mich nach zwei Seiten verteidigen muss. Langsam gelingt es mir, etwas weiterzukommen und endlich ziehen sich auch die Hunde wieder zurück in ihr ‚Territorium’. Ich bin zwar etwas geschockt und gehe weiter auf dieser langen Etappe. Acht km vor Monterrubio verlasse ich Andalusien und komme in die Region ‚Extremadura’. Bei Ankunft finde ich eine günstige Unterkunft im Hotel Vaticano, gehe früh zu Bett und schlafe gut, ohne von bösen Hunden zu träumen.
9.9.2010 - Monterrubio de la Serena - Castuera - 20 km
Reguläre Etappe, aber ohne jede Möglichkeit zu rasten.
10.9.2010 - Castuera - Campánario - 24 km
Ich denke die Strecke etwas abzukürzen, indem ich auf der ‘carretera' bleibe. Das war leider ein großer Fehler, denn der verfügbare ‘Sicherheitsstreifen’ ist genau 30 cm breit und auch wenn der Verkehr nicht allzu stark ist, bereitet die ganze Strecke sehr viel Stress. Endlich finde ich wieder wieder auf den normalen ‚camino’ zurück und komme nach Campanário. Das ist eigentlich eine kleine sympathische Stadt, verfügt aber über kein Hostal oder ähnliches, sondern nur über eine Herberge, in einer ehemaligen Eisenbahnstation, die sich zwei km außerhalb der Ortschaft befindet. Auf der Suche nach einem Internet-Café muss ich wieder die zwei Kilometer zurückgehen und nachdem auch in der Ortschaft wiederum keine Internet-Möglichkeit gefunden habe, kann ich denselben Weg wieder zurücklaufen. Sehr unangenehm!
11.9.2010 - Campanaria – Medellìn - Don Benito - 26 km
Heute komme ich durch die Stadt Medellín, Geburtsort von Hernán Cortéz, ‚Conquistador’ von Mexico, dem man hier ein schönes Denkmal errichtet hat, in großer Siegerpose. Nun sind aber kürzlich die üblichen Unbekannten durchgekommen und haben eben dieses Denkmal mit schwarzem Pech übel zugerichtet. Jetzt ist die Empörung über dieses ‚Attentat’ groß, allerdings hat sich niemand große Gedanken über das verschwundene Volk der Maya gemacht. Schließlich komme ich nach Don Benito, wo ich im Zentrum dieser Stadt eine gute Unterkunft im sympathischen Hotel Galicia finde.
12.9.2010 - Don Benito - Santa Amalia - 22 km
In Santa Amalia finde ich das schöne Hotel Fuente de la Magdalena, wo ein sehr schönes Zimmer nur € 18,86 kostet. Leider gibt es von Santa Amalia keine direkte Verbindung zur Via de la Plata (nördlich von Merida) und so muss ich zumindest noch bis San Pedro de Merida weiter marschieren.
13.9.2010 - Santa Amalia - San Pedro de Merida - 22 km
Auch von San Pedro de Merida existiert keine direkte Verbindung zur ‘Via de la Plata’ und man kann erst in Trujillanos die Abzweigung für diesen Weg finden. So will ich es dann morgen versuchen.
14.9.2010 - San Pedro de Merida - Aljucen - 26 km
In bester Stimmung mache ich mich schon frühmorgens auf den Weg in Richtung Trujandillos, um von dort auf dem direkten Weg Charrascalejo und somit die ‚Via de la Plata’ zu erreichen. Schließlich erreiche ich Mirandilla und von dort ist es nicht mehr weit bis Charrascalejo und weiter bis Aljucen. Ich bin recht glücklich, endlich den Camino Mozarabe geschafft zu haben und ab jetzt kenne ich die vor mir liegende Strecke bereits, nachdem ich sie schon vor einigen Jahren, von Sevilla kommend, geschafft habe.
15.9.2010 - Aljucén - Alcuéscar - 20 kmIn Alcuescar kommen die Pilger in einem Kloster unter. Am Abend Pilgersegen und dann Einladung von den Mönchen zum Abendessen. Alles prima!
16.9.2010 - Alcuésc
ar - Cáceres - 39 km
Eigentlich wollte ich in Valdesalor bleiben, aber dort lässt sich keine geeignete Unterkunft finden und so muss ich notgedrungen bis nach Cáceres weiter marschieren. Kaum bin ich dort angekommen, entlädt sich dort ein unheimlich starkes Gewitter mit starken Hagel und ich bin recht froh, dass mich dieses Unwetter nicht auf freiem Feld erwischt hat.
ar - Cáceres - 39 kmEigentlich wollte ich in Valdesalor bleiben, aber dort lässt sich keine geeignete Unterkunft finden und so muss ich notgedrungen bis nach Cáceres weiter marschieren. Kaum bin ich dort angekommen, entlädt sich dort ein unheimlich starkes Gewitter mit starken Hagel und ich bin recht froh, dass mich dieses Unwetter nicht auf freiem Feld erwischt hat.
17.9.2010 - Cáceres - Casar de Cáceres - 11 km
In Casar de Cáceres finde einen Zugang zum Internet in der Gemeinde-Bücherei (gratis), wo ich einen großen Teil des Nachmittags verbringe. Übernachtung in der örtlichen Herberge.
18.9.2010 - Casar de Cáceres - Cañaveral - 35 kmIn Cañaveral treffe ich zwei italienische Pilger aus Sardinien und ich freue mich über diese neue Gesellschaft.
19.9.2010 - Cañaveral - Galisteo - 32 km (incl deviazione)
Bei einer Abzweigung des Weges gehe ich in die falsche Richtung und dadurch verlängere ich meinen Weg um gut drei Kilometer und komme in S. Jil an und muss den weiteren Weg bis Galisteo zurück gehen. Zum Ausgleich finde ich auf diesem Umweg das neue, sehr schöne Hotel Galianah, wo man wirklich gut und preiswert unterkommt. Am Abend finde ich mich wieder mit anderen Pilgern im Zentrum von Galisteo, in der schönen, kleinen Stadt, die mit der beeindruckenden und gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer umgeben ist.
20.9.2010 - Galisteo - Carcaboso - 11 km
In Carcaboso wird das Fest des lokalen Heiligen gefeiert und alle Geschäfte sind rigoros geschlossen. So mache ich einen kleinen Abstecher in das nahe gelegene Plasencia, wo ich ein paar Einkäufe machen kann. Ausserdem finde ich auch ein Internet-Café, sodass ich die verbleibende Zeit gut nutzen kann.
21.9.2010 - Carcaboso - Hostal Asturianos - 32 km
Heute erlebe ich einen der Höhepunkte des Weges, den Durchmarsc
h durch den Triumphbogen von Caparra. Dieses stark beeindruckende Denkmal steht einsam inmitten von verlassenen Ruinen der im Jahr 74 a.d. gegründeten Stadt. Diese Stadt ist mit ihrem Forum, verschiedenen Straßen, Bädern und anderen Einrichtungen klar erkennbar. Sie diente eigentlich nur als Versorgungsstadt der durchziehenden römischen Truppen und ist deshalb niemals zu einer größeren Berühmtheit gelangt. Mit einer gewissen Emotion gehe ich also durch diesen großen vier-pfeiligen Bogen, der ja auch das Symbol für die ‘Via de la Plata’ ist.
h durch den Triumphbogen von Caparra. Dieses stark beeindruckende Denkmal steht einsam inmitten von verlassenen Ruinen der im Jahr 74 a.d. gegründeten Stadt. Diese Stadt ist mit ihrem Forum, verschiedenen Straßen, Bädern und anderen Einrichtungen klar erkennbar. Sie diente eigentlich nur als Versorgungsstadt der durchziehenden römischen Truppen und ist deshalb niemals zu einer größeren Berühmtheit gelangt. Mit einer gewissen Emotion gehe ich also durch diesen großen vier-pfeiligen Bogen, der ja auch das Symbol für die ‘Via de la Plata’ ist.
Am Abend finde ich mich mit den Pilger-Kollegen von Barcelona im Hostal Asturianos wieder und auch die beiden Pilger aus Sardinien sind schon da. Inzwischen habe ich mich dieser Gruppe praktisch angeschlossen und werde von Ihnen auch mit Sympathie aufgenommen.
Regulär Etappe bei angenehmem Wetter. Die große Hitze scheint definitiv vorbei zu sein und jetzt mache ich mir eher Sorgen über eventuelles Regenwetter.
23.9.2010 - Baños de Montemayor - Calzada de Bejar - 13 km
Eine kurze Etappe, aber ausschließlich große Auf-/Abstiege.
Eine kurze Etappe, aber ausschließlich große Auf-/Abstiege.
24.9.2010 - Calzada de Bejar - Fuenterroble de Salvatierra - 22 km
Fuenterroble ist berühmt durch seinen Pfrarrer, der dort eine schöne Pilgerherberge betreibt. Auch diesmal habe ich wieder Gelegenheit Don Blas zu treffen und meine großer Eindruck vom letzten mal bestätigt sich erneut.
Fuenterroble ist berühmt durch seinen Pfrarrer, der dort eine schöne Pilgerherberge betreibt. Auch diesmal habe ich wieder Gelegenheit Don Blas zu treffen und meine großer Eindruck vom letzten mal bestätigt sich erneut.

25.9.2010 - Fuenterroble de Salvatierra - San Pedro de Rozados - 29 km
Diese Etappe ist ziemlich schwierig, da ich heute den ‘Pico de la Dueña’ (1100m) passieren muss. Auch wenn die Landschaft sehr schön ist, so komme ich doch ziemlich geschafft endlich in San Pedro de Rozadas an.
26.9.2010 - San Pedro de Rozados - Salamanca - 29 km
Endlich komme ich in diese schöne Stadt. Heute ist Sonntag und die Stadt ist voll von Touristen. Nach einem kurzen Besuch in der beeindruckenden Kathedrale, nehme ich ein Bier auf der ‚Plaza Mayor‘ und ziehe weiter bis zu einem Hostal in der Vorstadt und auf diese Weise bin ich schon etwas näher an meinem nächsten Ziel.
Nach einem langen Marsch komme ich endlich in diese Ortschaft, die ihren Namen dem Weinanbau verdankt. Bedauerlicherweise ist aber aufgurnd einer Krankheit der Weinstöcke die Produktion total verschwunden, sodass für diese Ortschaft nur noch der Hinweis auf vergangene Zeiten geblieben ist.
Hier befindet sich die private Herberge ‚Casa di Carmen‘, die ich schon von meinen früheren Besuchen her kenne. Es ist eine einfache Unterkunft, aber die Frau Carmen ist sehr freundlich, hilft bei der Wäsche und kocht ganz prima, sodass man dort gut aufgehoben ist. So verbringe ich, zusammen mit meinen neuen italienisch-katalanischen Freunden, einen angenehmen Abend und das ist auch gut so, denn morgen erwartet mich wieder eine längere Etappe bis Zamora.
28.9.2010 - El Cubo de la Tierra del Vino - Zamora - 32 kmWegen der vorgesehenen langen Strecke, haben meine Freunde
ein Taxi bis Zamora genommen und freundlicherweise auch meinen Rucksack mitgenommen. Umso besser, denn der heutige Weg ist für mich ziemlich anstrengend, da meine Schuhe immer schlechter werden und heute viele Kilometer sehr steinigen Weges zu bewältigen sind. So tun mir langsam die Füße doch recht weh und zum ersten mal habe ich auch Schwierigkeiten mit den Knieen, was mir starke Sorgen bereitet, denn wenn sich das nicht ändern sollte, muss ich dann doch noch, wenn auch kurz vor dem Ziel, aufgeben.
ein Taxi bis Zamora genommen und freundlicherweise auch meinen Rucksack mitgenommen. Umso besser, denn der heutige Weg ist für mich ziemlich anstrengend, da meine Schuhe immer schlechter werden und heute viele Kilometer sehr steinigen Weges zu bewältigen sind. So tun mir langsam die Füße doch recht weh und zum ersten mal habe ich auch Schwierigkeiten mit den Knieen, was mir starke Sorgen bereitet, denn wenn sich das nicht ändern sollte, muss ich dann doch noch, wenn auch kurz vor dem Ziel, aufgeben.
In Zamora angekommen, hat mein katalanischer Freund schon ein Schuhgeschäft ausgemacht, wo ich mir neue Schuhe der spanischen Marke ‚Chiruca‘ kaufen kann. Diese Schuhe sind prima geeignet und passen mir auf Anhieb und ich bin recht froh, meine Reise mit ordentlichem Schuhwerk weiterführen zu können.
29.9.2010 - Zamora - Montamarta - 18 km
Ruhige Etappe. Die nuen Schuhe funktionieren prima.
30.9.2010 - Montamanrta - Tábara - 29 km
Diese lange Strecke geht ausschließlich über die Landstrasse, wo, im Gegensatz zum letzten Mal, doch ein recht starker Verkehr stattfindet, auch wegen der vielen Baustellen für den neuen Hochgeschwindigkeitszug.
1.10.2010 - Tábara - Santa Croya de Terra - 23 km
In Berciano de Valere gibt es keine Bar mehr und so muss ich bei einer Familie um Wasser bitten. Anstatt des Wassers geben mir diese Leute ein Glas Wein und laden mich zum Mittagessen ins Haus ein. Die Leute sind wirklich nett, aber ich kann mich nicht aufhalten und muss weiter ziehen. Auf alle Fälle bleibt mir ein weiterer sympathischer Moment für die Erinnerung. In Santa Croya de Tera bleibe ich in der örtlchen Herberge, wo mich die Besitzer von meinen anderen Durchgängen wieder erkennen, was mir durchaus Freude macht.
2.10.2010 - Santa Croya de Tera - Rionegro del Puente - Mombuey - 38 km
Ich plane diese lange Etappe bis Rionegro del Puente, um dann zu
sehen, ob ich es noch bis Mombuey schaffen kann. Obwohl es in Rionegro eine schöne Herberge gibt und auch eine sympathische Bar, wo auch Zimmer vermietet werden, entscheide ich mich, nach Mombuey weiter zu gehen. Dort angekommen finde ich nur in der hässlichen Herberge Unterkunft und auch nur das letzte Bett, das zum Teil beschädigt und sehr wenig komfortabel ist. Ich hoffe, trotzdem etwas zu schlafen. Die Wettervorhersage sieht für den Folgetag Regen vor. Na dann, Gute Nacht!
sehen, ob ich es noch bis Mombuey schaffen kann. Obwohl es in Rionegro eine schöne Herberge gibt und auch eine sympathische Bar, wo auch Zimmer vermietet werden, entscheide ich mich, nach Mombuey weiter zu gehen. Dort angekommen finde ich nur in der hässlichen Herberge Unterkunft und auch nur das letzte Bett, das zum Teil beschädigt und sehr wenig komfortabel ist. Ich hoffe, trotzdem etwas zu schlafen. Die Wettervorhersage sieht für den Folgetag Regen vor. Na dann, Gute Nacht!
3.10.2010 - Mombuey - Puebla di Sanabria - 31 km
Was für ein schrecklicher Tag!
Am frühen Morgen stecke ich die Nase aus der Tür und muss feststellen, dass ein leichter, aber ständiger Regen fällt. Was kann ich machen? Ich muss mich trotzdem auf den Weg machen, in der Hoffnung, dass mein Regenzeug ausreichend ist. Was für ein Irrtum!
Nach einigen Kilometern bin ich völlig durchnässt. Zusätzlich ist es nun auch ziemlich kalt geworden und es weht ein starker Wind. Ideale Bedingungen für eine ordentliche Lungenentzündung! Zwei Autos haben spontan angehalten und mir einen Transport angeboten, aber ich habe tapfer abgelehnt. Zum Glück kann ich mich ein paar Mal auf der Strecke in den wenigen verfügbaren Bars kurz aufhalten und jedesmal muss ich mich wieder aufraffen, dann doch wieder weiter zu gehen. Kurz vor Puebla de Sanabria kann ich mich in einer größeren Bar kurz ausruhen, wo es etwas zügig ist und muss feststellen, dass ich inzwischen vollkommen ausgekühlt, am ganzen Körper zittere. Als ich dann endlich am Ziel bin und im Hostal Carlos V, wie immer eine gute Aufnahme finde, geht es mir wieder besser. Die anderen Pilgerfreunde sind schon da und empfangen mich mit großem Hurra. Na ja, Ende gut – alles gut.
Ein erholsames Bad schließt den Tag ab und ich hoffe, dass ich mir unter diesen Umständen keine größere Krankheit geholt habe. Wir werden ja sehen.
4.10.2010 - Puebla de Sanábria - Padornelo - Lubián - 33 km
Es ist bewölkt, aber zum Glück regnet es nicht – prima! Heute sind 10 km bis zum Padornelo-Pass zu bewältigen und dann nochmal dieselbe Strecke wieder bergab, darunter geht es kurz vor Lubián auf einem ‚Weg‘ der zum großen Teil total unter Wasser ist. Praktisch geht man in einem Bach. Dafür ziehe ich mir meine Sandalen an. Das ist prima im Wasser, aber später habe ich dann wieder Schwierigkeiten auf den steinigen Wegen. Eine Qual! Aber schließlich überwinde ich auch diese hässliche Strecke und komme gut in Lubián an.
5.10.2010 - Lubián - A Gudiña - 25 km
Heute ist de A-Canda-Pass zu überwinden. Auf einen langen Aufstieg folgt ein ebenso langer Abstieg. Beim Aufstieg werden Herz und Lungen und beim Abstieg die Füße und besonders meine Knie stark beansprucht. Trotzdem komme ich noch gesund an und zum Glück hat es auch nicht geregnet.
6.10.2010 - A Gudiña - Laza - 36 km
Heute regnet es wieder und dabei ist eine wirklich schwierige Etappe zu bewältigen. Langer Aufstieg und steiler Abstieg bis Campobecerros und dann nach einem weiteren kurzen Aufstieg, geht es 10 km bergab bis Laza. Ich bin froh, als ich dann endlich ankomme. Zum Glück haben meine katalanischen Freunde es vorgezogen mit dem Taxi bis Laza zu fahren und haben mir dabei auch meinen Rucksack mitgenommen.
7.10.2010 - Laza - Xunqueira de Ambía - 34 km
Heute ist der Albergaria-Pass zu überwinden. Das heißt wieder mal 10 km Aufstieg und dann wieder dieselbe Strecke abwärts. Es wird mir langsam klar, dass diese Strecke über Orense doch erheblich schwieriger ist als der klassische ‚Französische Weg‘ und meine Füße und besonders meine Knie merken das mittlerweile auch.
8.10.2010 - Xunqueira de Ambía - Orense - 24 km
Bei einer guten Konversation mit meinem neuen Pilgerfreund Heinz, komme ich bald nach Orense. Hier ist man etwas euphorisch, denn von hier sind es praktisch nur noch 100 km bis Santiago, was in vier Tagen leicht zu schaffen ist.
9.10.2010 - Orense - Cea - Piñor/O Reino - 29 km
In Cea gibt es kein Hostal oder ähnliches und so hat ‘Capitán Paco’ der Gruppe Italia/Catalonia auch für mich ein Zimmer in Piñor/O Reino (7 km nach Cea) gebucht.
10.10.2010 - Piñor/O Reino - Lalín - 28 km
Auch heute wieder jede Menge auf und ab, meist auf wenig befahrenen Landstraßen. Zuletzt komme ich dann doch wieder gut nach Lalín, wo man im Hotel ‚Palacio‘ sehr gut und preiswert unterkommt.
11.10.2010 - Lalín - Bandeira - 28 km
In Bandeira treffe ich wieder auf meine sardinisch-katalanischen Freunde, die morgen in Susana, unweit von Santiago, ein Hotel gefunden haben. Ich selbst weiß nicht, wieweit in morgen kommen werde und so spricht man schon vom Abschied. Schön war’s.
12.10.2010 - Bandeira - Ponte Ulla - Santiaguiño - Susana - Santiago - 36 km
Nach einem langen und steilen Abstieg komme ich endlich nach Ponte Ulla, wo man eigentlich schon für eine Übernachtung bleiben könnte. Nach einer kurzen Pause fühle ich mich noch fit für den weiteren Weg, zumindest bis Santiagiño, wo es mitten im Wald eine einsame Herberge gibt. Nach einem längeren Anstieg aus dem Tal von Ponte Ulla, komme ich dann zu dieser Herberge. Kein Mensch ist da und es scheint mir arg melancholisch und so will ich dann doch noch weiterziehen, zumindest bis Susana, wo ich dann auch meine Freunde wieder treffen könnte. Der Weg besteht nur aus Auf- und Abstiegen und endlich komme ich dann nach Susa
na, wo es keine Bar für eine kurze Rast gibt. Das angepeilte Hotel ‚Santa Lucia‘, wo meine Freunde untergebracht sind, ist sechs Kilometer vom Ort entfernt und so beschließe ich dann doch noch in Richtung Santiago weiter zu gehen. Auf diese Weise wird die heutige Etappe zwar sehr lang, aber im Gegenzug kann ich dann schon heute in Santiago sein. Gegen sieben Uhr abends passiere ich die Autobahnbrücke und hier erfasst mich dann eine große Euphorie, denn jetzt fehlen nur noch vier Kilometer bis zum Ziel. Nach kurzer Zeit erscheinen auch schon in der Ferne die Türme der Kathedrale und in wenigen Minuten befinde ich mich auf dem Obradoiro-Platz, etwas müde aber glücklich.
Bald finde ich auch eine Unterkunft in der freundlichen ‘Hospederia San Roque‘ wo ich mich immer sehr wohl fühle. Abendessen im ‚San Roque‘, wo normalerweise auch die Arbeiter der Gegend essen und dementsprechend sind die Portionen immer sehr, nach meiner Meinung übertrieben groß. Bald gehe ich auch schlafen, denn morgen gibt es viel zu tun. Im Pilgerbüro die ‚Compostela‘ abholen und dann will ich auch das Büro der Iberia kontaktieren, um zu erfahren wie die Möglichkeiten für den Heimflug sind, nachdem ich im letzten Jahr eine vollen Tag am Flughafen warten musste, bis ich dann endlich einen Platz fand. Hoffentlich geht es diesmal besser!
na, wo es keine Bar für eine kurze Rast gibt. Das angepeilte Hotel ‚Santa Lucia‘, wo meine Freunde untergebracht sind, ist sechs Kilometer vom Ort entfernt und so beschließe ich dann doch noch in Richtung Santiago weiter zu gehen. Auf diese Weise wird die heutige Etappe zwar sehr lang, aber im Gegenzug kann ich dann schon heute in Santiago sein. Gegen sieben Uhr abends passiere ich die Autobahnbrücke und hier erfasst mich dann eine große Euphorie, denn jetzt fehlen nur noch vier Kilometer bis zum Ziel. Nach kurzer Zeit erscheinen auch schon in der Ferne die Türme der Kathedrale und in wenigen Minuten befinde ich mich auf dem Obradoiro-Platz, etwas müde aber glücklich.
Bald finde ich auch eine Unterkunft in der freundlichen ‘Hospederia San Roque‘ wo ich mich immer sehr wohl fühle. Abendessen im ‚San Roque‘, wo normalerweise auch die Arbeiter der Gegend essen und dementsprechend sind die Portionen immer sehr, nach meiner Meinung übertrieben groß. Bald gehe ich auch schlafen, denn morgen gibt es viel zu tun. Im Pilgerbüro die ‚Compostela‘ abholen und dann will ich auch das Büro der Iberia kontaktieren, um zu erfahren wie die Möglichkeiten für den Heimflug sind, nachdem ich im letzten Jahr eine vollen Tag am Flughafen warten musste, bis ich dann endlich einen Platz fand. Hoffentlich geht es diesmal besser!
13.10.2010 – Santiago
Früh am Morgen bei der Kathedrale gehe ich durch die ‚Heilige Pforte‘, umarme die Statue des Heiligen Jakob, wie es für Pilger üblich ist und ziehe mich kurz am Grab des Heiligen zurück. Damit ist auch meine Pilgerreise beendet.
14.10.2010 Rückkehr nach Venedig
Entgegen meinen Befürchtungen, wickelt sich meine Heimreise perfekt ab. Am Flughafen von Santiago erhalte ich schon die Einsteigekarte für den Flug von Madrid nach Venedig. Auf diese Weise endet meine ‚Pilgerkarriere‘ und bei dieser Gelegenheit möchte ich nicht versäumen, mich bei den vielen Personen, die mir immer behilflich waren, zu bedanken.
Liebe Freunde, hier endet meine Erzählung und ich hoffe sehr, dass ich euch nicht allzu sehr gelangweilt habe.
Die Fotos für diesen Trip könnt ihr bei dem folgenden Link einsehen:
https://www.flickr.com/photos/hh77com/sets/72157625318243338
https://www.flickr.com/photos/hh77com/sets/72157625318243338

